Wenn einer eine Reise tut, dann kann er 'was erzählen. Das trifft nicht nur auf die zu, die wegen des Vulkanausbruches auf Island ausgerufenen Flugverbotes über Europa festgesetzt sind.
Während
unseres Urlaubes konnten sich meine drei Herren von mir erholen, weil ich 2 Tage dienstlich nach Berlin musste. Den
Bombenfund und die damit
verbundenen Fahrplanänderungen hatte ich natürlich nicht mitbekommen. Froh, dass die Tagesordnungspunkte so schnell abgearbeitet waren, machte ich mich am 15.04.um 15:38 von Bahnhof Friedrichstraße zum Fernbahnhof Gesundbrunnen auf, wo meine Reise nach Wahren/Müritz (Ankunft dort dann um 19:31 Uhr) jäh ins Stocken geriet. Anstatt im Regionalexpress landete ich in einer S-Bahnlinie, die mich bis
Borgsdorf bringen sollte. Prima, wenn Frau so gar nicht weiß, wohin sie eigentlich fährt. Aber das gleiche Schicksal verbindet und eine nette Biotechnologin der Freien Uni-Berlin bot mir ihre Begleitung bis Neustrelitz an. Ab Borgsdorf ging es dann mit Schienenersatzverkehr - klingt doch wesentlich netter als überfüllter Bus - durch völlig verstopfte Straßen weiter nach
Oranienburg. Leider strandeten meine Reisebegleitung und ich dort erneut, weil der Zug nach
Neutstrelitz pünktlich abgefahren war. Genügend Zeit also um sich über die drei K's (Karriere, Kinder, Küche) ausführlich auszutauschen.
Lange Rede kurzer Sinn, ich versprach, einen Roggensauerteig nach Neustrelitz zu schicken und einen Beitrag über die Auffrischung eines Roggensauerteiges zu verfassen.
Wie
Chili und Ciabatta halte ich meine Sauerteige immer getrennt, d.h. ich entnehme dem Sauerteigansatz für Brote keinnen Sauerteig. Dafür habe ich Gläser mit Sauerteig im Kühlschrank stehen,
die ich regelmäßig füttere. Aus denen entnehme die als Anstellgut benötigte Menge.
Zur Auffrischung nehme ich immer 1 Gewichtsteil Sauerteig (Roggenmehl 1150,
100 % Hydratation, in diesem Fall
20 19 g
3 Gewichtsteile Roggenmehl 1150, also hier 60 g
und 3 Gewichtsteile Wasser, ebenfalls 60 g
Das ergibt dann 140 g aufgefrischten Sauerteig, wenn man das Ganze lange genug bei Zimmertemperatur stehen lässt.
| Sauerteig frisch zusammengerührt |
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24 h später |
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Das Volumen hat sich eindeutig vergrößert, Blasen sind erkennbar und der Teig schmeckt auch sauer.
Je nach dem, wie aktiv der Sauerteig ist und welche Temperatur in der Küche herrscht, dauert das unterschiedlich lange. An warmen Sommertagen kann das auch ungewöhnlich schnell gehen und der Sauerteig verlässt unaufgefordert sein Gefäß. Weil ich meinen Sauerteig schon vor dem Urlaub nicht gerade vorbildlich behandelt hatte, habe ich den Vorgang noch einmal wiederholt.
| 19.04. 12:33 Uhr |
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19:04. 19:14 Uhr |
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Nach der 2. Auffrischung hatte sich der Sauerteig schon nach 7 Stunden vergrößert und Blasen gebildet. Nun kann ein Teil des Sauerteiges auf die Reise gehen bzw. als Anstellgut zum Brotbacken verwendet werden. Bis zur weiteren Verwendung wohnt der Sauerteig dann im Kühlschrank. Wie schon in den
Tipps für Roggensauerteig erwähnt, hält sich der Sauerteig im Kühlschrank eine ganze Weile. Ich füttere meinen Sauerteig immer nach der oben beschriebenen Methode, wenn ich längere Zeit nicht gebacken habe oder die Menge zu gering wird.